Liebe Sex und Zärtlichkeit

Was passiert eigentlich in einem Swinger Club?

Für viele Menschen ist der Swinger Club einer der ersten Orte, an denen sie anfangen die sexuellen Freiheiten einer offenen Beziehung tatsächlich zu nutzen. Umso mehr besteht vor dem ersten Besuch oft Unsicherheit und Fehlinformationen was ein Swinger Club eigentlich ist, was dort so passiert und ob es sich überhaupt lohnt hinzugehen.

Die einzigen Informationen welche man diesbezüglich findet sind oft die, welche die Clubs selbst anbieten und das erscheint nach aller Logik keine sehr zuverlässige Quelle für ehrliche Informationen.

Daher möchte ich dir hier erzählen, was dich genau erwartet, auf was du achten kannst und natürlich mit einigen gängigen Vorurteilen aufräumen!

 

Einführung: Was ist eigentlich ein Swingerclub?

Zu aller erst mal ist ein Swinger-Club ein Ort, an dem sich Menschen treffen, die an Partnertausch oder auch nur voyeuristischen oder exhibitionistischem Verhalten interessiert sind. Nicht jeder, der in einen Swinger-Club geht, möchte mit anderen Menschen als seinem Partner Sex haben. Und nicht jeder hat die gleichen Vorstellungen davon, was in Ordnung ist und was nicht. Diese Regeln musst du für dich selbst und gegebenenfalls in Abstimmung mit deiner Begleitung treffen und sie werden dadurch gestützt, dass ein klares Nein in jedem Fall verbindlich ist und durch die Hausordnung des Clubs geschützt wird. Wer sich an ein klares Nein nicht hält wird rausgeschmissen. Diese Regel findet sich mittlerweile eigentlich in absolut jedem Club, man findet sie meist irgendwo auf der Homepage auch noch mal explizit ausformuliert.

Die allermeisten Swinger-Clubs sind sehr ähnlich aufgebaut. Es gibt einen Empfang, an dem du bezahlst und meistens einen (als Paar gemeinsamen) Spindschlüssel erhältst. Dort werdet ihr auch gefragt, ob ihr schon mal da wart und wenn nicht wird euch eine Führung angeboten, in dem ihr euch, in der Regel auch erst mal ohne den Eintritt zu bezahlen, alles anschauen könnt.

Irgendwo gibt es eine gemischte Umkleide, in der du dich umziehen und deine Sachen verstauen kannst. Es gibt eine Bar, an der man in der Regel kostenlos Getränke erhält. Dies beinhaltet oft aber nicht immer auch alkoholische Getränke. Zusätzlich gibt es meist ein Buffet mit mehr oder weniger gutem Essen, welches ebenfalls im Preis mit inbegriffen ist.

Des Weiteren ist der Club meist in zwei Bereiche aufgeteilt, einen formalen Teil und die Spielwiese. Im formalen Teil gibt es die ganzen Dinge, die ich eben bereits aufgezählt habe, meistens gibt es dazu auch noch eine Tanzfläche. Viele Clubs haben Regeln darüber, wie man in diesem formalen Bereich gekleidet sein sollte. Meistens sagen die Regeln etwas in der Art, dass man angemessen schick gekleidet sein sollte und je später der Abend wird, desto weniger wichtig ist es noch überhaupt etwas anzuhaben. Meistens darfst du schon bevor alle Anderen das nach und nach tun, in Reizwäsche, oder extrem leicht bekleidet herum laufen, ohne dass sich jemand daran stören würde. In diesem formalem Teil hast du normalerweise nicht mehr zu erwarten als mehr Nacktheit als du das sonst vielleicht gewohnt bist. Gelegentlich kommt mal etwas heftigeres Petting oder Oralsex vor, aber meist wird diese Aktivität relativ schnell in die Spielwiesen verlagert.

Der Spielwiesenbereich sind meist mehrere Räume, die mit Matten ausgelegt sind. Es gibt aus hygienischen Gründen Handtücher zum unterlegen und in greifbarer Nähe Kondome und Tücher. Auf diesen Spielwiesen kannst du, wie du vielleicht schon ahnst, Sex haben.

Die Spielweisen Bereiche haben meist verschiedene „Themengebiete“. Es gibt kleinere und größere Spielwiesen und oft auch Bereiche in die man sich gut zu zweit oder zu viert zurückziehen kann und den Raum auch „zu“ machen, also dafür sorgen dass niemand sonst rein kommt. Was allerdings nicht bedeutet, dass niemand sonst zuguckt – damit musst du rechnen.

Diese kleinen Räume sind meistens hoch frequentiert und daher sollte du dich nicht ärgern wenn dort gerade „besetzt“ ist – wenn du ein bisschen wartest, werden die Räume schon irgendwann wieder frei.

Die Spielwiesen sind in etwa für 8 bis 20 Menschen bequem und es gibt oft ein voyeuristisches Element, sprich auch wenn die Spielwiese „voll“ ist gibt es meistens noch Plätze, von denen aus man zusehen kann. Es ist nicht verwunderlich, dass in diesen Zuschauerriegen meist auch etwas passiert und manchmal passiert dort ironischerweise mehr als auf den Spielwiesen selbst.

 

Womit muss ich rechnen?

Zu aller erst mal: Mittlerweile hat eigentlich absolut jeder Swinger-Club, eine klare „Nein heißt Nein“ -Regel. Diese Regel ist gestützt dadurch, dass jeder der sich nicht daran hält ohne Rückerstattung raus fliegt und Hausverbot erhält.

Diese Regel kann am Anfang etwas verwirrend sein, denn sie zwingt dazu sich anders zu verhalten als in freier Wildbahn. Einerseits musst du den Mut haben tatsächlich nein zu sagen, wenn du etwas nicht willst. Ein Nein kann dabei sowohl verbal sein, als auch einfach bedeuten, dass du die Hand die du auf einmal irgendwo an dir spürst freundlich aber bestimmt weglegst. Andererseits gibt es dir aber auch Sicherheit. Wenn du es dir nach einem Nein nochmal anders überlegst und du doch Lust hast, kannst du dein Nein aufheben, in dem du dich erneut klar verständlich mitteilst.

Allein diese Regel kann den Besuch in einem Swinger-Club sehr lohnenswert für dich machen. Hier kannst du, wenn du das nicht ohnehin schon tust, in einem klar geregeltem Rahmen selbstbestimmte Sexualität ausleben.

Weiter musst du natürlich damit rechnen, dass du andere Menschen siehst die Sex haben. Und du musst damit rechnen, diese Menschen auch zu hören und zu riechen. Auch, wenn du diese Menschen persönlich nicht ästhetisch findest und sie dir normalerweise nicht gerne nackt anschauen würdest. Du kannst natürlich immer noch einfach wegschauen, aber um zu wissen wo du nicht hinschauen möchtest, hast du es vorher eben doch schon gesehen.

Das ist weitaus weniger schlimm als du jetzt vielleicht denkst. Letztlich sind wir alle nur Menschen und auch Menschen die nicht den eigenen ästhetischen Ansprüchen genügen, haben Spaß am Sex und ein Recht darauf.  Mehr ist es nicht. Unhygienisch erscheinende Menschen kommen in der Regel gar nicht erst rein. Dennoch kann dich der Geruch, der in der Luft liegt eventuell stören. Das hat nichts mit mangelnder Hygiene zu tun, sondern einfach damit, dass viele Menschen die Sex haben einen speziellen Geruch erzeugen. Insbesondere, weil es aus Gründen der Diskretion keine sperrangelweit offenen Fenster geben wird.

Zum nächsten Punkt: Wenn du dich mit deiner Begleitung auf einer öffentlichen Spielweise befindest, kannst du damit rechnen dass Leute um dich herum ebenfalls Sex haben werden. Gerade wenn diese Leute in unmittelbarer physikalischer Nähe sind, kann es sein, dass irgendwann eine Hand vorsichtig rüber tatet und erst mal eine unverfängliche Stelle wie Schulter oder Bein berührt.

Wenn du das nicht möchtest, kannst du an dieser Stelle die Hand weglegen oder dich dagegen aussprechen. Du kannst auch zu jedem späterem Zeitpunkt „Stop.“ sagen. Dazu solltest du dich bei einem Besuch im Swinger-Club aber in der Lage fühlen. Wenn du und/oder dein Begleitung aus irgend einem Grund gerade nicht dazu in der Lage ist, Grenzen abzustecken, würde ich von einem Besuch im Swinger-Club abraten

Wenn du einen Club gewählt hast, der Solo-Herren zulässt, kannst du damit rechnen, dass irgendwo onanierende Männer stehen. Das solltest du in diesem Fall einkalkulieren. Man braucht in diesem Fall normalerweise nicht viel mehr als Körpersprache, um diesen zu verstehen zu geben, dass mehr als Gucken nicht drin ist. Aus einem entsprechendem Abstand kann man sie vom zusehen allerdings nicht abhalten. (Und nein keine Angst, ihr werdet nicht angespritzt, das hätte Hausverbot für die entsprechenden Herren zu folge.)

Es kann passieren, dass du oder deine Begleitung oder ihr beide zusammen angebaggert werdet. Diese Anmach-Versuche sind meist allerdings viel schüchterner und ruhiger als in der gewohnten Nachtclubumgebung.

Es ist ebenfalls häufig, dass es mehrere kleine Gruppen von Leuten gibt, die sich untereinander bereits kennen und auch hauptsächlich miteinander reden und wenig neue Leute ansprechen. Wenn ihr schüchtern seid, kann es sein, dass ihr das Gefühl habt ihr seid die einzigen, die sonst niemanden kennen. Das könnt ihr aber schnell ändern, wenn ihr einfach jemanden aus diesen Grüppchen freundlich und offen ansprecht, oder euch umschaut wer sonst noch „alleine“ da ist.

Ansonsten hast du absolut nichts zu befürchten.

Wenn das so ist, warum besteht dann bei so Vielen eine solche Angst vor Swinger und Pärchen-Clubs? Eigentlich könnte dann doch jeder hingehen und sich zusammen mit seiner Begleitung einen Live-Porno reinziehen? Ja genau, das könnte man tun! Der Eintritt in einen Swingerclub verpflichtet dich nicht zum Sex mit anderen, nicht mal zur aktiven Sexualität überhaupt. Du kannst dort auch nur hin gehen um zu Essen und/oder dich zu betrinken falls du das möchtest. (Eine Option die ich jeder Frau ans Herz legen kann. Frauen zahlen in Swingerclubs in der Regel so gut wie keinen Eintritt, aber dazu später mehr.)

Das der Besuch von Swinger-Clubs trotzdem nicht so weit verbreitet ist, liegt meiner Meinung nach an einigen Vorurteilen und Fehlinformationen.

 

Vorurteile: Fakten und Mythen

Vorurteil: Dort sind nur alte Leute

Viele junge Menschen haben das Vorurteil, swingen wäre etwas, was nur die  Generation 60+ tut und dementsprechend in solchen Clubs überwiegend alte Herren anzutreffen wären, die sie als „Frischfleich“ betrachten. Ich möchte hier nicht weiter auf die Verurteilung von Sexualität älterer Menschen eingehen, die ich grundlegend ablehne. Um es kurz zu machen: Das ist nicht der Fall.

Viele Swingerclubs haben ein Publikum dessen Altersdurchschnitt zwischen 35 und 45 liegt. Die Spannweite geht erfahrungsgemäß von 18 bis 75. Das heißt, ja dort gibt es einige Menschen die älter sind. Aber eben nicht nur. Es kommt auch darauf an, welches Publikum der Club hat, meist findet man das mit einem winzigem Trick relativ leicht und schnell heraus. (Diesen Trick erkläre ich weiter unten im Artikel.)

Wenn einen die Vorstellung von älteren Menschen sehr verunsichert, gibt es auch spezielle junge Paare Nächte, in denen der Altersdurchschnitt bei unter 30 liegt und auch niemand über 30 oder 35 rein kommt. Aufgepasst: Diese sind meist bereits Monate im Voraus ausgebucht. Es gibt durchaus eine hohe Nachfrage, im jüngeren Altersbereich.

Vorurteil: Dort gibt es nur Prolls

Viele Menschen denken, dass die meisten Menschen in der Swinger-Szene „einfach gestrickt“ wären oder schlicht und ergreifend dumm. Ich weiß nicht woher dieses Vorurteil kommt, aber kann sagen, dass es nicht der Wahrheit entspricht.

Fakt ist: Die Swinger-Szene ist ein Schnitt durch (fast) ALLE gesellschaftlichen Schichten. Dort wirst du auf Menschen treffen, die eine Ausbildung haben, Menschen mit Bürojob und Menschen mit Doktortitel und so weiter und so fort. Du triffst dort nicht nur dein eigenes soziales Umfeld, sondern auch die Menschen mit denen du sonst weniger zu tun hast. Einzig und allein die schwächeren sozialen Schichten sind hier in der Regel nicht anzutreffen, weil diese es sich schlichtweg nicht leisten können den Eintritt zu bezahlen.

Vorurteil: Dort gibt es nur Professionelle Damen

Auch das ist ein Vorurteil, welches so nicht stimmt. Ich kenne die Gesetzeslage nicht, bisher habe ich jedoch auf jeder Homepage, sei es die des kleinsten Provinz-Clubs, eine Regel gefunden, dass professionelle Sexarbeiter klar nicht Willkommen sind und man, wenn man den Verdacht hat jemand sei hier um Geld zu verdienen, dies sofort melden soll.

Es kann sein, dass es solche Clubs gibt. Eine schnelle Internet-Recherche führt hier allerdings zu einem extrem eindeutigem Ergebnis. Warum sollte das auch anders sein? Menschen die Sex kaufen wollen gehen in ein Bordell und nicht in einen Swingerclub. Also gibt es von vielleicht existierenden wenigen schwarzen Schafen abgesehen in der Swinger Szene keinen käuflichen Sex. Jeder zahlt Eintritt und das war es auch. Eine Garantie auf Sex kaufst du dir damit nicht, auch wenn bei Herrenüberschusspartys manchmal etwas anderes behauptet wird.

Vorurteil: Swinger sind Poly

Ein Vorurteil, welches ich selbst mal eine Weile hatte, ist die Idee, dass jeder der in einen Swingerclub geht auch eine offene Beziehung hat. Das ist nicht der Fall. Einige Paare gehen dort tatsächlich nur zum Sehen und Gesehen werden hin und viele andere Paare haben klare Regeln, wie weit sie gehen wollen. Viele dort wollen gar keinen Partnertausch und ich war zugegeben erst mal überrascht, als ich dies das erste mal selbst realisiert habe.

Und um es nochmal ganz klar hervorzuheben: Die allerwenigsten Swinger leben Polyamorie. Du braucht also wirklich nicht hingehen, wenn du hofft so eine Ergänzung für deine offene Beziehung zu finden. Die Swinger-Szene ist sogar einer der letzten Orte wo ich das machen würde. Swinger haben die Beschränkung der sexuellen Exklusivität oft auf beeindruckende Weise abgelegt – aber eben nur in diesem streng definiertem Rahmen. Viele machen außerhalb von solchen Veranstaltungen absolut nichts und fast alle schließen eine emotionale Bindung zu einem weiteren Partner aus. Klar kannst du hin und wieder jemanden treffen, bei dem das anders ist – es ist allerdings nicht die Regel.

 

Wahl des Clubs: Swinger oder Paare Club?

Zu aller erst ist festzustellen, dass es große Unterschiede zwischen verschiedenen Swinger-Clubs gibt. Einige Clubs nennen sich nicht Swinger- sondern Paare Clubs, weil man dort nur als gemischt geschlechtliches Paar rein kommt und nicht als Einzelperson. In welcher Beziehung du und deine Begleitung genau zueinander steht, wird nicht überprüft.

Und genau hier kannst du mit der Auswahl des Clubs beginnen: Was willst du? Was traust du dir zu? Und was sind deine Ansprüche?

Ein Paare Club hat den Vorteil, dass es dort keine Solo-Herren gibt. Während sich herkömmliche Swingerclubs hauptsächlich über die Solo-Herren finanzieren, lassen Paare Clubs, wie der Name schon sagt, nur Paare hinein. Das bedeutet, dass zu jeder Dame und jedem Herren, den man dort antrifft auch ein Gegenstück zu finden ist und so keine ungleichen Geschlechter-Verhältnisse bestehen. Gerade wenn du dir noch etwas unsicherer bist, kannst du als Einstieg einen Paare-Club wählen. Viele der Paare dort sind ebenso neu in der Swinger Szene und daher eher unsicher. Daher passiert im Schnitt auch etwas weniger, weil sich viele (noch) nicht trauen offensiv zu sein.

Ich selbst hatte lange Zeit Vorurteile gegen Swingerclubs die auch Solo-Herren zulassen, wurde aber eines besseren belehrt.

Der erste offensichtliche Vorteil von Swinger-Clubs ist: Sie sind deutlich billiger. Paare zahlen weniger und Solo-Damen meistens fast nichts. Solo-Herren zahlen deutlich mehr und es wird bei ihnen an der Tür strenger selektiert.

Das ist auch gleich ein Tipp an jede Frau, die hier liest: Wenn du eine verrückte Natur bist und gerne mal etwas neues erlebst, schnapp dir eine Freundin und geh mit ihr in so einen Club. Billiger wirst du nirgendwo Essen und Trinken bekommen so viel du möchtest, zusätzlich natürlich zur Abendunterhaltung und der Tanzfläche. Sex haben musst du nicht, wenn du dazu keine Lust hast – du kannst wenn du möchtest.

Der zweite Vorteil ist: Du hast mehr Auswahl. Paare-Clubs sind nicht so verbreitet wie Swinger Clubs. Auf jeden Fall kannst du dir, egal in welchem Nest oder in welcher ur-katholischen Region Deutschlands du wohnst, relativ sicher sein, dass irgendwo ein Swinger-Club in akzeptabler Reichweite ist – nicht so sicher ist, dass das gleiche auch für einen Paare-Club gilt.

Der letzte Vorteil sind, so absurd das klingen mag: Die Solo-Herren.

Im Gegensatz zum Paare-Club gibt es hier Einzel-Herren, die ein erhöhtes Interesse daran haben andere kennen zu lernen und sich aktiv verhalten. Das kann dich und deine Begleitung, falls ihr noch unerfahren seid oder Eifersucht eine Rolle in eurer Beziehung spielt verunsichern. Ich persönlich habe gelernt diese Atmosphäre zu schätzen. Auch wenn ich mit meinen jeweiligen Begleitungen nie an den Solo-Herren interessiert war, schaffen sie doch eine Atmosphäre in der offener und mehr geflirtet wird – und daher auch mehr passiert als in einem Paare-Club. Sicherlich kommt es auch hier auf die genaue Wahl des Clubs an.

Solo-Damen triffst du wahrscheinlich auch, du sollte allerdings nicht unbedingt damit rechnen mit diesen einen Dreier haben zu können, auch wenn es durchaus möglich ist – verlass dich nicht darauf.

Der beste Tipp um die konkrete Entscheidung für einen Club zu treffen, ist an erster Stelle die Homepage und der Beschreibung des Events selbst. Viele Swingerclubs haben eine „Pärchen-Nacht“ und viele haben auch diverse andere Themen-Abende. Wenn du also mit deiner Begleitung als neugieriges Paar einen Swingerclub besuchen willst, solltest du vermutlich lieber einen solchen Paare Abend wählen als die „Hardcore-XXL-Männerüberschuss-Party“ die dort ebenso stattfinden. Außer natürlich ihr steht darauf. ;)

Der nächste gute Schritt ist dir ein Profil bei Joyclub anzulegen und zu schauen, wer sich denn für die jeweilige Party so angemeldet hat. Gute Partys sind oft bereits Monate im Voraus ausgebucht. Außerdem kannst du auf diese Weise sehr gut den Altersdurchschnitt der Teilnehmer, so wie die soziale Schicht einschätzen, falls du auf so was wert legt. All diese Informationen zusammen geben dir meist ein recht gutes Bild, um was für eine Art von Club es sich handelt und welches Clienté dort an diesem Abend vermutlich anzutreffen sein wird. Dieses Bild ist, meiner Erfahrung nach, viel genauer als das, was die Clubs selbst an Altersdurchschnitt angeben. Daher  finde ich die Joyclub-Recherche eine gute Lösung, falls du dir die Sache genauer anschauen willst. Außerdem findest du dort auch spezielle Veranstaltungen an Orten die normalerweise kein Swinger-Club sind.  Ein Basis-Profil ist als Paar bei Joyclub kostenlos.

Sei dir bewusst, dass es immer Vor- und Nachteile gibt! Kleine familiäre Clubs machen die Kontaktaufnahme leichter, große Clubs lassen dich in Ruhe die eigenen Grenzen ertasten. Billige Clubs haben oft eine angenehme Herzlichkeit, in teuren Clubs sehen die Menschen oft hübscher aus und so weiter und so weiter.

Wichtig ist: Nirgendwo passiert dir etwas, was du nicht möchtest!

 

Wie lerne ich dort jemanden kennen?

All diese Dinge könntest du eventuell schon wissen, falls du schon einmal einen Club besucht hast oder du könntest sie erfahren, indem du unvoreingenommen einen besuchst. Ein Paar Extra Tipps habe ich dennoch für dich, die dir vielleicht auch dann helfen werden, falls du schon einmal einen Club besucht hast, oder all das jetzt bisher nichts Neues für dich war.

Den Fehler den viele Paare machen, wenn sie das erste Mal in so einen Club gehen ist: Sie denken dort passiert alles ohne das sie etwas machen müssen. Die meisten Frauen sind es gewohnt, dass sie einfach angeflirtet werden und die meisten Männer wissen nicht so richtig wie sie ein Paar anmachen sollen. Beides in Kombination führt oft dazu, dass viele Paare unsicher sind und nicht so recht wissen was sie tun sollen. Die anderen anwesenden Paare sind vermutlich ebenso unsicher, und deshalb passiert dann im Endeffekt wenig bis nichts. Dabei ist die ganze Sache gar nicht so schwer. Es gibt im Grunde genommen drei gute Möglichkeiten Partnertausch zu gestalten, wenn man das als Ziel hat.

Der langsame Weg für Menschen die keine Ablehnung wollen

Der langsame Weg unterscheidet sich im Grunde nicht viel von einer Alltags-Flirt-Situation, nur dass allen Beteiligten relativ klar ist worauf die Sache hinaus läuft. Man sollte versuchen relativ pünktlich zu Beginn der Party zu kommen. Das ist die Phase, in der alle noch etwas unsicher im Tanz-Bereich umherirren oder sich um das Buffet scharen. Ihr reiht euch einfach ein in diesen Tanz, sucht aber Kontakt. Diese Clubs sind normalerweise so gestaltet, dass es einfach ist Kontakt zu finden. Ihr könnt euch einfach zu einem anderen Paar oder Paaren an den Tisch setzen. Ihr könnt euch an der Bar oder auf der Tanzfläche neben ein anderes Paar stellen, oder sonstige beliebige Szenarien wählen.

Ein einfaches „Hallo“, oder „Woher kommt ihr?“ ist hier meist schon völlig ausreichend, keiner erwartet Quantenphysik von euch. Im Gegenteil: Alle sind sich wohl bewusst darüber, dass man im Verlaufe des Abends Sex miteinander haben könnte und daher ist man bereit das gegenseitige Kennenlernen sehr schnell geschehen zu lassen. An irgend einem beliebigen Punkt im Gespräch könnt ihr direkt fragen, ob das entsprechende Paar mit euch auf eine der Spielwiesen gehen möchte. Wenn ihr das Gefühl habt, dass die beiden sich noch nicht so ganz sicher sind – das kann insbesondere daran liegen wenn jeder von beiden Angst hat seinen eigenen Partner zu überrumpeln – könnt ihr einfach sagen dass ihr jetzt „hoch geht“. Oder eben dorthin wo sich im betreffendem Club die Spielwiesen befinden und einfach schauen ob die beiden nach kommen. Wenn ihr euch sympathisch wart klappt das meistens ziemlich gut. Sollte das ganze nicht funktionieren geht einfach wieder zurück und die Prozedur wiederholenirgendwann klappt es schon!

Dieser Weg bietet sich auch insbesondere als Solo-Dame an, da du hier in einer relativ komfortablen Position bist und es wahrscheinlich vermeiden willst, die Dame des Herren eifersüchtig werden zu lassen.

Der schnelle Weg, wenn man weniger Geduld hat

Der schnelle Weg ist dem langsamen Weg sehr ähnlich, er beinhaltet aber ein wesentlich höheres Level von Erotik und Körperkontakt. Das bedeutet, ihr wählt als Ansprechort eher eine Couch oder die Tanzfläche und nicht den Essbereich und fangt nach einem kurzen Einstiegsgespräch an mit eurem Partner zu küssen und euch gegenseitig heiß zu machen. Wenn die beiden kein Interesse haben verschwinden sie jetzt normalerweise ziemlich schnell. Haben sie Interesse, fangen sie meistens ebenfalls damit an und nach kurzer Zeit fängt schon das „Hände wandern“ an und man probiert, wie das andere Paar darauf reagiert. Ist das Eis zum Sexuellen gebrochen könnt ihr dann relativ schnell anfangen offensiv zu flirten. Dabei ist es relativ egal, wer von euch damit anfängt, da der zweite Teil des Paares fast automatisch anfangen wird sich mit dem entsprechendem Gegenpart unterhalten. Wichtig ist nur, dass ihr ein wenig darauf achtet keine Eifersucht zu provozieren in dem ihr versucht den Fortschritt eures Flirts einigermaßen synchron zu halten. Wenn ihr bemerkt, dass einem der beiden die Sache zu schnell geht, oder die ganze Zeit misstrauisch beäugt was sein Partner gerade treibt, schiebt ihn oder sie einfach zurück zu ihrem Partner. Lasst die Beiden sich gegenseitig Sicherheit geben und gewährt ihnen die Möglichkeit zu fliehen oder etwas auszudiskutieren und startet gegebenenfalls etwas langsamer noch mal von vorne. Oder versucht es wahlweise bei einem anderen Paar.

Dieser Weg bietet sich insbesondere auch als Solo Herr an, da du so schnell raus finden kannst, was Sache ist, aber nicht zu aufdringlich bist.

Der super schnelle Weg, wenn man genau weiß was man will

Dieser Weg ist für all diejenigen, die eigentlich überhaupt keine Lust haben irgend jemanden näher kennen zu lernen, sondern einfach nur Sex und Partnertausch wollen. Dieser Weg ist meines Wissens eine Besonderheit der Swinger Szene und ich habe das sonst auch noch nirgendwo so funktionieren sehen.

Sobald ihr Lust dazu habt, geht ihr auf eine Spielwiese. Sucht euch eine aus, auf der mehrere Paare Platz haben. Wenn ihr relativ attraktiv und/oder jung seid ist es sogar ziemlich egal wenn die Spielwiese vorher komplett leer ist – die Leute kommen keine Sorge.

Fangt dort dann einfach an miteinander Spaß zu haben, beziehungsweise legt euch in die Nähe eines Paares, welches euch interessiert und fangt an Spaß zu haben. Es wird in der Regel höchstens ein paar Minuten dauern, bis die ersten Hände rüber wandern oder man sonst irgendwie anfängt Kontakt aufzunehmen. Das ganze läuft dann fast automatisch, ohne das man irgendwie großartig miteinander reden oder sich anstrengen muss.

Solltet ihr Angst haben nicht attraktiv genug zu sein, wartet einfach bis euer ausgewähltes Paar etwas mehr „dabei“ ist, bevor ihr euch annähert. Amüsanterweise verschwimmen die Normen von Attraktivität während man gerade erregt ist fast komplett und ihr werdet wahrscheinlich auch an euch selbst beobachten, dass sich eure Kriterien ganz erheblich verschieben können und ihr auf einmal gerne Sex mit Menschen habt, die vorher vielleicht nicht zu euren eigenen ästhetischen Vorzügen gepasst hätten. Das ist nicht schlimm oder komisch, es ist einfach normal, dass man geil ist, wenn man geil ist. Und das könnt ihr euch eben auch zunutze machen.

Dieser „Superschnelle Weg“ funktioniert meines Wissens nach so gut wie immer und für so gut wie jeden, wenn auch natürlich nicht mit jedem. Dadurch, dass ihr auf eine große Spielwiese geht und nicht in eine kleine Ecke, habt ihr die Leute, die gar kein Interesse an Partnertausch und gegenseitigen Berührungen haben fast alle schon von vorneherein weg gefiltert. Dafür ist es natürlich auch ein bisschen zufälliger, mit wem ihr euch dann genau vergnügt. Aber es ist meiner Meinung nach eine sehr interessante und gute Erfahrung zu merken, dass das vielleicht auch gar nicht immer so wichtig ist. ;)

Dieser Tipp ist vor allem etwas für Paare, die mit sich im reinen sind. Dieser Tipp sollte möglichst nicht von Solo-Herren angewendet werden, dort führt er nämlich eher zu dem oben bereits erwähntem „Rand-Wichser“ Phänomen, und die finden die wenigsten Paare wirklich attraktiv.

Geheimtipp: Flirten!

Als letztes möchte ich euch noch einen wichtigen Tipp mit auf den Weg geben. In vielen Clubs gibt es, nur weil man am Ende irgendwie Sex hat, keineswegs bessere Basis-Kommunikationsfähigkeiten.

Wenn ihr also in einem solchen Club einfach ganz normal flirtet und euch Mühe gebt, so wie ihr das auch in freier Wildbahn tun würdet, dann hebt ihr euch bereits erheblich vom Durchschnitt ab. Seid Charmant. Habt keine Angst. Flirtet die anderen an, nehmt Körperkontakt auf, tanzt. Lästert gemeinsam oder erzählt davon, wie witzig ihr es findet hier zu sein und wie es euch dabei geht oder das ihr ganz furchtbar nervös wart als ihr her gefahren seid. Durch diese Dinge, die im alltäglichem Flirten völlig selbstverständlich sind, habt ihr hier einfach die besten Karten dafür, mit genau dem Paar etwas machen zu können, mit dem ihr sexuell aktiv werden wollt. Ihr müsst nur dieses Hintergedanken den alle haben „Werden wir später Sex haben?“ für einen Moment vergessen und euch daran erinnern, wen ihr vor euch habt: Menschen mit normalen Ängsten und Unsicherheiten, die gerne Spaß haben und gerne umgarnt und gern gehabt werden möchten.

Also flirtet was das Zeug hält! :)

Viel Spaß beim Ausprobieren! Anmerkungen und Erfahrungsberichte kannst du mir gerne in die Kommentare schreiben oder an leo@offenlieben.de mailen.

Viele Grüße,

Leo

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4 Kommentare

  • Antworten
    Anja
    Dienstag, der 11. April 2017 at 14:42

    Moin Leo,
    vielen Dank für Deinen wunderbar geschriebenen Artikel. Er hat mich sehe, sehr neugierig auf das Thema Swinger gemacht.
    Liebe Grüße
    Anja

  • Antworten
    Kathrin + Torsten
    Sonntag, der 27. August 2017 at 12:33

    Hi Leo,
    Danke für deinen tollen Artikel. Wir sind schon seit längerem gemeinsam in der Swingerszene aktiv, haben einige Erfahrungen machen dürfen und können nur sagen: so wie Du es schreibst, ist es! Hoffentlich finden noch viele Menschen aufgrund Deines Artikels ihren Weg in diese aufregende, schöne und tolerante Welt.
    Liebe Grüße von Kathrin + Torsten ( bei joyclub als “ ronmiel“)

  • Antworten
    peter morgenrot
    Samstag, der 23. September 2017 at 17:25

    Vielen Dank für deine Info ich gehe zum ersten Mal hin und deine Info hat mir sehr geholfen vielen Dank…

  • Antworten
    Rene Reichenbach
    Montag, der 11. Juni 2018 at 13:47

    cool geschrieben Leo

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