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„Einhorn-Jäger“ und die Ideologiekritik dahinter

In diesem Artikel geht es im Speziellem um das so genannte Phänomen der „Einhorn Jagd“. Also ein Paar, das eine (möglichst perfekte) weitere Frau sucht um ihre Beziehung zu ergänzen. Im Allgemeinen geht es um verschiedene damit verbundenen Ideen und was genau an diesen problematisch ist. Es ist aber auch eine Kritik und eine Erklärung was das überhaupt alles mit dir zu tun hat. Und warum es dich interessieren sollte.

In diesem Artikel geht es vorwiegend um heterosexuelle Einhornjäger-Paare, aber es gibt dieses Phänomen auch im gleichgeschlechtlichem Bereich.

 

Was ist überhaupt ein „Einhorn“?

In der Polyamoren Szene werden als „Einhörner“ bestimmte Personen mit bestimmten Eigenschaften verstanden. Diese Erfüllen (in absteigender Wichtigkeit) folgende Kriterien:

  1. Wollen eine Beziehung/Triade mit dem Suchenden Paar eingehen.
  2. Weiblich. (Bei heterosexuellen Paaren)
  3. Bisexuell. (Bei heterosexuellen Paaren)
  4. Haben keine weiteren Partner.
  5. Stellen ihre Bedürfnisse denen des Paares hinten an.
  6. Helfen im Haushalt und passen auf die Kinder auf.

Also sprich ein möglichst idealisiertes Bild einer „Ergänzung“ für die Partnerschaft. Der Begriff „Einhorn“ entstand daher, dass in der Poly-Szene damals solche Menschen als nahezu mystisch und unmöglich zu finden galten. Als „Einhorn-Jäger“ werden dann die Paare bezeichnet, die eine solche Frau suchen.

Während das mittlerweile und vor allem in Deutschland nicht mehr so der Fall ist – vor allem wenn man die Einhorn Definition etwas weiter fasst – gibt es trotzdem jede Menge Probleme damit. In der Poly-Szene in den USA und auch in Deutschland sind „Einhorn-Jäger“ meistens eher unbeliebt und ihnen wird oft erst mal mit erheblichen Misstrauen begegnet.

Ich möchte dir im Folgenden erklären:

  • Warum Einhörner so „selten“ sind.
  • Was genau das Problem mit der „Einhorn-Jagd“ ist.
  • Warum die Poly-Szene das nicht so gerne sieht.
  • Welche Ideologie hinter der „Einhorn-Jagd leider oft steckt.
  • Was genau an diesem Gesuch ineffektiv ist.
  • Was man stattdessen besser machen kann.

 

Sind Einhörner wirklich so selten?

Um diese Frage zu beantworten kommt es darauf an wie eng man die „Einhorn-Definition“ sieht. Der Knackpunkt ist eigentlich immer der „hat keine eigenen Bedürfnisse“ Teil. Und genau dieser Teil ist auch der problematische. Außerdem haben bereits von Mehrfachbeziehungen überzeugte Menschen meistens schon Partner.

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Auch ein Einhorn?

Dennoch muss ich ganz ehrlich sagen: Eine „Knappheit“ von Frauen die an Mehrfachbeziehungen interessiert sind habe ich Deutschland bisher beim besten Willen nicht beobachten können. Wenn überhaupt dann eher eine Männer Knappheit. Ich weiß ehrlich gesagt nicht genau, ob das eine USA spezifische Sache ist, oder eine Frage der Zeit die dieses Konzept bereits bekannt ist. Vielleicht liegt es auch einfach nur meiner persönlichen Wahrnehmung.

Was aber auf jeden Fall selten ist, ist eine idealisierte Form dieser Menschen. Genau so wie jemand der zum Beispiel „nur Models“ daten möchte meist eine ziemlich verklärte Vorstellung davon hat, wie Models sind.

Ich habe schon mehrfach mit Frauen zu tun gehabt, die tatsächlich Models waren. Das sind natürlich ganz normale Menschen mit ganz normalen menschlichen Schwächen und schlechten Tagen. Sie sind meistens nicht mal viel hübscher als andere Frauen. Das ist eigentlich für viele eine absolute Binsenweisheit, aber bei den „Einhörnern“ setzt diese Logik dann oft aus. Sobald man anfängt den „Einhörnern“ mystische Eigenschaften anzudichten oder sie eben in einer idealisierten Form sucht, werden sie tatsächlich so selten wie ihr Name impliziert.

 

Was ist eigentlich das Problem an der „Einhorn-Jagd“?

Man könnte sich fragen: Ja was solls? Grundsätzlich kann man ja jedem Wunsch offen gegenüber stehen, auch wenn es nicht die eigenen sind. Und wenn ein Paar sich eben eine Bi-sexuelle Frau wünscht, was ist denn dann das Problem damit? Schließlich handelt es sich auch dabei nur um eine weitere Variante eines speziellen Wunsch, den man eigentlich respektieren sollte.

Genau diese Ansicht haben auch viele Menschen, aber ganz so einfach ist die Sache leider nicht. Denn gerade dieses „Gesuch“ geht oft mit idealisierten Vorstellungen und einer ganzen Reihe von Nebenideen einher. Und diese sind oft einerseits nicht sonderlich positiv und andererseits schwer in Worte zu fassen.

 

Couple Privileg

Der erste und vermutlich wichtigste Punkt, der mit diesem Gesuch oft einher geht, ist das so genannte „Couple Privilege“. Ein „Pärchen Privileg“ bedeutet im groben, dass die Bedürfnisse, die Stabilität und auch der Wert der ersten Beziehung, über denen aller anderen stehen. Das bedeutet, im Zweifel ist immer die Hetero-Beziehung zwischen dem ursprünglichem Paar wichtiger und die neue Partnerin hat sich den Bedürfnissen des Paares unterzuordnen. Das kann unterschiedliche Ausmaße haben. Die Variation reicht da von ganz klaren Regeln die zu massiven Ungunsten des neuen Partners sind, zu „einfachen“ Regeln die am Anfang allen gerecht vor kommen und sich zunehmend als untragbar erweisen. Regelmäßig findet sich hier zum Beispiel die Regel, dass die neue Partnerin keine weiteren Menschen in die Beziehung bringen darf. Die gleiche Regel gilt für das Paar nicht, beziehungsweise es kann die neue Partnerin einfach „überstimmen“.

Oft äußert sich Pärchen Privileg auch in der Frage, wann sich wer mit wem treffen darf. Und wie diese Bedürfnisse zu werten sind. Oft ergeben sich hier Ungleichheiten und selbst wenn am Anfang noch alle damit zufrieden sind, zeigt sich im Verlauf dann oft ein erheblicher Widerwille des Paares ihr Privileg zur Verfügung zu stellen. Das kann in einigen Fällen sogar so weit gehen, dass die einzige Option die die neue Partnerin hat wenn ihr etwas nicht gefällt: „Einfach gehen.“ ist. Also quasi eine Null-Bereitschaft zu Verhandlungen und Anerkennung von neuen Bedürfnissen seitens des Paares.

Oft ist Pärchen-Privleg auch in dem Sinne nicht bewusst. Denn viele Vorteile einer solchen Beziehung kommen dem Paar gar nicht in den Sinn. Zum Beispiel, dass einen nach außen alle als das „Haupt-Paar“ wahrnehmen und die dritte Person „nur eine Gespielin“ ist. So etwas kann auf die Dauer sehr belastend sein, während das für das ursprüngliche Paar überhaupt nicht als Problem erkennbar ist. Denn sie haben ja das Problem überall als „monogames Paar“ durchzugehen (passing) ohne sich erklären oder rechtfertigen zu müssen.

 

Homophobie und gesellschaftskonforme Vorstellungen von „männlich“ und „weiblich“

Ein weiteres Problem an der „Einhorn-Jäger“ Konstellation ist eine oft unbewusst vorhandene Homophobie. Und zwar eine Homophobie explizit gegen Männer. Während eine bisexuelle Frau gesellschaftlich als „sexuell leicht verfügbare Frau mit Extra“ gerne gesehen wird, ist das gleiche bei homosexuellen Männern meist nicht der Fall. Aber selbst unabhängig von eventuellen homosexuellen Neigungen bedeuten zusätzliche Männer in der Beziehung eine Auseinandersetzung mit den eigenen Ängsten. Und meistens sogar eine komplette radikale Abwendung von der patriarchalischen Normativität.

Denn Beziehungen zwischen Männern sind kompliziert. Männlichkeit ist als un-emotional und wenig fürsorglich, ja nahezu gleichgültig gewertet. Selbst nicht-homosexuelle liebevolle Beziehungen zwischen Männern werden daher oft als unmännlich und wenig erstrebenswert gesehen. Eine Verbrüderung in der man zusammen über Frauen lästert – das geht. Aber gemeinsam die gleiche Frau „teilen“ und vielleicht sogar zu dritt Sex haben? Das ist außerhalb der Norm.

Eine bisexuelle Frau dagegen, das geht. Sie ist keine Bedrohung für die eigene Männlichkeit. Sie ist optimalerweise einfach nur eine Art Sex-Spielzeug im Bett, dass man nach belieben weglegen oder ausschalten kann und sie ist – der Idee des „weiblichen“ entsprechend – unterwürfig und gehorsam.

Das mag dir im ersten Moment wie ein etwas sehr extrem gezeichnetes Bild vor kommen, aber nimm dir doch kurz Zeit dir eine kleine Sache zu überlegen: Warum hat man kein Problem, sich eine Frau als ein Accessoire im Bett vor zu stellen, aber einen Mann nicht? An einer simplen Vorliebe für devote Menschen an der nichts auszusetzen wäre, kann es nicht liegen. Schließlich gibt es vermutlich ähnliche viele devote Männer wie Frauen. Aber es geht eben nicht um völlig legitime sexuelle Vorlieben, sondern um eine Wertigkeit. Man kommt einfach nicht so leicht auf die Idee einen Mann als etwas minderwertiges oder gar zweitrangiges zu sehen, wie bei einer Frau. Daran bist du nicht schuld.

Das hat einfach mit der völlig idiotische und beschissenen gesellschaftlichen Wahrnehmung von „männlich“ und „weiblich“ zu tun. Und diese Ideen werden in der Community der Mehrfachbeziehungsmenschen – wie ich finde zu Recht – angezweifelt.

Jemand der also explizit eine bisexuelle Frau als Ergänzung zu seiner Hetero-sexuellen Beziehung will, steht also nicht ganz zu Unrecht im Verdacht sich mit sämtlichen Ängsten und Fragen diesbezüglich einfach nicht auseinander setzen zu wollen.

Dabei geht es überhaupt nicht darum die eigene sexuelle Identität in Frage zu stellen. Es geht einfach nur darum sich zu fragen, warum ein Mann ein Problem ist, aber eine Frau nicht. Und anzuzweifeln, welche Werte man hier eigentlich repräsentiert und inwieweit diese Werte tatsächlich selbst gewählt sind.

 

Idealisierte Vorstellungen von Dreiern

Mit dem Problem der Homophobie und der damit verbundenen verzerrten (normalen) Idee davon was „männlich“ und was „weiblich“ ist kommt oft noch etwas ganz spezielles dazu.

Und zwar ein völlig verklärte Vorstellung davon, wie ein Dreier mit zwei Frauen und einem Mann (MFF) abläuft. Für viele Männer ist diese Idee der lang ersehnte Wunschtraum. Und auch einige Frauen haben an so einer Konstellation durchaus Interesse. Das Problem ist hier nur: Diese Wunschträume sind meist absolut nicht miteinander identisch.

gummibaerDer Mann stellt sich oft Dinge vor, die er in Pornos gesehen hat. Also zwei Frauen, die sich gleichermaßen Unterwürfig voll mit ihm beschäftigen. Eventuell küssen sie sich zwischendurch auch, aber der Mann steht im Mittelpunkt.

Frauen haben allerdings oft ganz andere Vorstellungen von einem Dreier. Auf der einen Seite sind da bi-interessierte, eher dem Heterosexuellem Spektrum zuzuordnende Frauen. Diese sind oft einfach daran interessiert ihre Neigungen auszuprobieren und dafür einen Partner dabei zu haben, dem sie vertrauen. Auf der anderen Seite sind Frauen, die zwar ebenfalls bisexuell sind, sich eher dem lesbischen Spektrum zuordnen. Für diese ist der männliche Part im wesentlichen eine Ergänzung zum eigentlichen Hauptinteresse. Im Extremfall sogar nur ein in Kauf genommenes Übel.

Eine solche Konstellation führt oft dazu, dass der Sex zwischen drei Menschen überhaupt nicht so abläuft, wie der männliche Part sich das vor gestellt hat. Statt das er im Mittelpunkt steht und alle Aufmerksamkeit bekommt, wird wahrscheinlich nach bereits sehr kurzer Zeit fast komplett „links liegen“ gelassen. Und ärgert sich dann. Und selbst wenn er aufgrund der Erfahrung der Frauen mit in das Spiel einbezogen wird, kann es immer noch sein, dass er es als „nicht genug“ empfindet.

Auch hier ist das Problem im Grunde genommen wieder das gleiche wie an der ganzen Einhorn-Jagd an sich. Völlig idealisierte Vorstellungen davon, wie etwas zu sein hat.

In der Realität sind schöne Dreier egal ob mit zwei Männern (MMF) oder zwei Frauen (MFF) oft mit viel Lachen, kurzen ratlosen Momenten und viel Kommunikation verbunden. Selbst wenn die gleichgeschlechtlichen Teile kein Interesse aneinander haben, ist trotzdem eine gewisse Koordination und Einfühlsamkeit für die Bedürfnisse aller von Nöten. All das steht im krassen Gegensatz zum idealisiertem Bild eines „MFF Dreier“.

Hört man gleichzeitig auf Dreier als solche so zu einer Errungenschaft hoch zu stilisieren, ist er eigentlich keine sonderliche Seltenheit. Oft ergibt sich so etwas relativ einfach, in dem man hin und wieder fragt, wer denn an so etwas Interesse hätte. Dann lässt man sich vom Fluss der Ereignisse treiben.

Und natürlich muss man für einen Dreier auch nicht gleich eine weitere Beziehung eingehen. Oder überhaupt die eigene Beziehung als „offen“ definieren. Ein Swinger-Club oder ein einmaliges Ereignis würde es hier auch tun.

 

Warum reagiert die Community denn dann so gereizt auf „Einhorn-Jäger“?

All die beschriebenen Probleme sind natürlich an sich noch kein Grund jemanden zu verurteilen. Die Community ist allerdings oft einfach entnervt davon, mit welcher Regelmäßigkeit sich diese „typischen“ Muster wiederholen. Wenn sich eine Befürchtung oft bestätigt, ist es irgendwann kein Vorurteil mehr.

Hinzu kommt, dass die von mir erklärten Mechanismen oft nicht einfach in ein paar Sätzen zusammenzufassen sind. Du siehst ja selbst, dass ein ganzer Artikel notwendig war, um genau zu differenzieren was gemeint ist. Wenn man Erklärungen aber abkürzt oder zu sehr vereinfacht kommt vom Paar der berechtigte Einwand: „Aber so haben wir das gar nicht gemeint.“

Und dann musst du dir noch überlegen, dass gerade die Tatsache, dass sich das entsprechende Paar oft eher ungern mit eigenen Ängsten und Entwicklungsprozessen beschäftigt zu einer massiven Asymmetrie in der Kommunikation führt.  Denn während Kritiker genau ausdifferenzieren müssen, was sie meinen um irgendwie den „doch eigentlich legitimen Wunsch“ kritisieren zu dürfen, ohne als anmaßend verstanden zu werden, besteht auf Seiten des Paares oft nur wenig bis gar keine Bereitschaft, sich genau auszudrücken oder gar zu differenzieren.

All das führt in Kommunikation dazu, dass es viele Menschen gibt, die auf diese Form von Gesuchen einfach sehr allergisch reagieren.

 

Ups, ich glaube ich bin ein Einhorn-Jäger. Was kann ich tun?

Der erste und wichtigste Schritt ist, aufzuhören dein persönliches Einhorn zu idealisieren.

Denn eigentlich sind wir alle nur Menschen. Sobald man anfängt idealisierte Vorstellungen von einem Menschen zu haben, den man noch nicht mal kennt, ist die Enttäuschung eigentlich vorprogrammiert.

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Auch Einhörner sind nur Menschen

Beschäftige dich kritisch mit deinem eigenen Bild von männlich und weiblich. Stelle in Frage, warum ein Mann ein Bedrohung für deine Beziehung darstellt, ein Frau aber nicht. Oder alternativ, was an einer Frau für dich wünschenswerter ist, als an einem Mann. Beschäftige dich mit deinen Ängsten diesbezüglich und beginne einen eigenen Entwicklungsprozess.

Frage dich auch, was denn ein neuer Partner von einer Beziehung mit dir und deinem Partner hat. Und wer eigentlich bestimmen darf, welche Beziehung gerade „wichtiger“ ist und warum.

Weite außerdem deinen Blick allgemein. Leg dich nicht auf eine spezielle Wunschvorstellung fest, sondern fange an Menschen insgesamt offener zu begegnen. Höre auf ein Werkzeug oder eine Wunschvorstellung zu suchen, sondern fange stattdessen an Menschen zu suchen und dich für sie zu interessieren. Eine Idealvorstellung macht dir alles nur schwerer.

Denn alle Wunsch-Eigenschaften die man sich vorstellen kann, sind meiner Erfahrung nach eher sekundär in ihrem „Seltenheitswert“.

Wenn man aufhört idealisierte Vorstellungen zu haben, dann interessieren einen diese Eigenschaften aber auch nicht mehr wirklich. Und dann gibt es tatsächlich unter all den Frauen, Männern, Menschen mit bereits vorhandenen Partnern, Menschen die gerne Kinder haben möchten und denen die keine eigenen Kinder haben möchten, auch das ursprüngliche „Idealbild“. Nur das das vielleicht auf einmal ganz anders ist, als man das mal geplant hatte. Und das man auf einmal fest stellt, dass einem das auch gar nicht mehr so wichtig ist.

 

Schlusswort

Ich hoffe dieser Artikel hat dir gefallen. Und ich hoffe er hat dir geholfen, falls du dich selbst als Einhorn-Jäger“ erkannt hast. Aber auch, falls du jemand bist, der bisher einfach nur eine unbestimmte, schwer zu formulierende Abneigung gegen selbige hattest.

Abschließend sei noch erwähnt, dass die hier beschriebenen Probleme im Hinblick auf heterosexuelle Paare geschrieben sind. Es gibt das Einhorn-Jäger Phänomen auch bei homosexuellen Paaren, auch wenn sich dort natürlich einige Punkte anders darstellen oder weg fallen. Couple-Privilege ist aber zum Beispiel ein Punkt der bei diesen Konstellationen natürlich genauso eine Rolle spielt.

Wenn du Anmerkungen, Lob oder Kritik für mich hast, würde ich mich freuen, wenn du es mir in die Kommentare schreibst.

Viele Grüße,

Leo

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4 Kommentare

  • Antworten
    Lotta
    Samstag, der 17. Dezember 2016 at 23:18

    Ich danke dir für deine Worte, vor allem Richtung Gender Mainstreaming und der Offenheit gegenüber Neuem!

  • Antworten
    Andreas Hamann
    Freitag, der 3. März 2017 at 07:45

    Interessanter, aber auch polarisierender Artikel.
    Beim lesen bekomme ich das „Gefühl“, dass alle Paare, die einen weiteren Partner suchen vermutliche Einhornjäger sind.

    So sah meine Einhornjagt aus:
    https://www.beziehungsweise-magazin.de/ratgeber/partnerschaft-beziehung/wass-sie-schon-immer-ueber-gelebte-polyamorie-wissen-wollten/

    In bestimmten Teilen konnte ich mich direkt wiederfinden, aber Geschlechterrollen pauschal zu definieren in keine Gefahr für die Männlichkeit etc. finde ich etwas übertrieben, auch wenn das sicherlich anzutreffen ist.
    Die Heteropaare, die ich getroffen hatte, die einen weiteren Partner suchten, waren gar nicht so hetero, sondern meistens war ein Partner Bi. Ob also ein Mann oder eine Frau gesucht worden ist, hing hauptsächlich von den persönlichen Neigungen ab. Ich suche mir einen Partner für die Beziehung und keine platonische Freundschaft ;-)
    Deinen Beitrag habe ich stattdessen eher in Verbindung mit Paaren gemacht, die für sich eine „Hausfreundin“ suchten. Polyamory ==> Liebe unter vielen …. Paar + Hausfreundin ==> Love + Fun :-)

    Ich habe genau ein Paar + Hausfreundin getroffen, die diese Konstellation, wie Du sie in Deinem Artikel beschreibst, gefunden haben. Ansonsten kann ich definitiv bestätigen, dass es viele bis sehr viele Paare gibt, die diese eine Bisexuelle Singlefrau sucht… :-)

    Also Danke für Deinen Artikel: Andreas

  • Antworten
    Theodor
    Donnerstag, der 20. Dezember 2018 at 23:03

    Cooler Artikel! Schön ausdifferenziert und gut analysiert, finde ich. Ich glaube, in dem Blick auf die patriarchalen Strukturen liegt viel Wahrheit, auch wenn es vielleicht weh tut, sich das „einzugestehen“ bzw das in sich selbst wiederzufinden. Danke für’s Schreiben!

  • Antworten
    Lisa
    Samstag, der 2. März 2019 at 05:12

    Danke für diesen tollen Artikel Leo, du sprichst mir aus der Seele! Seit ich vor etwa 12 Jahren für mich herausgefunden habe, dass ich nicht monogam leben kann und will, war ich auf der Suche nach einem Partner, der eine offene, aber verbindliche Partnerschaft auf Augenhöhe mit mir führen will. 12 Jahre habe ich dazu gebraucht, ihn zu finden, und oft war ich dabei der Verzweiflung nahe, eben wegen dieses “Einhorn-Syndroms“ (für das ich selber nie einen Namen hatte) . Da mir oft eine hohe Attraktivität zugeschrieben wird, war ich auf meiner Suche für zahllose Paare auf Online Plattformen (vor allem der bedenkliche “joyclub“) wohl das perfekte Einhorn. Die passende, tatsächlich oft “gewünschte“ Bisexualität wurde mir dabei manchmal einfach angedichtet! Es wurde meinst schnell klar, dass ich für das Paar ein lebendiges Sextoy ohne Gefühle, Emotionen und dem Wunsch von Dazugehörigkeit sein sollte. Es tat unglaublich weh über ein Jahrzehnt lang fast nur solche “Angebote“ zu bekommen. Jeder möchte dochals vollwertiger Mensch gesehen und akzeptiert werden! Mit meinen aktuellen Freund gerate ich immer mal wieder leicht aneinander, wenn es um die Gestaltung von Dreiern geht ( aber Gott sei dank ist mein Freund Supermän und auch an Sexualität mit anderen Männern interessiert ;), FFM und MMF sind also beide möglich). Dieser Artikel hat mir die Augen ein wenig geöffnet, und lässt mich nun meine eigenen Reaktionen und Abneigungen besser verstehen, danke!

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