Beziehung öffnen

7 Schritte um deine Beziehung zu öffnen

Immer wieder hört man von Paaren, bei denen der eine irgendwie eine offene Beziehung will, der andere Partner damit aber nicht so ganz einverstanden ist. Viele denken im ersten Moment, dies sei der Beweis dafür, dass offene Beziehungen nicht funktionieren. Aber eigentlich ist es nur der Beweis dafür, dass sich zwei Menschen unabhängig voneinander entwickeln können. Und es ist nicht mal sonderlich verwunderlich, wenn das nicht immer zeitgleich passiert.

Trotzdem führt diese Situation zu viel Hilflosigkeit und Angst. Und auch zu einer sehr hohen Ratlosigkeit. Niemand scheint einem so wirklich Tipps geben zu können. Wie kann man seinen Partner von einer offenen Beziehung begeistern? Genau diese Tipps möchte ich dir jetzt geben.

Ist meine Beziehung öffnen wollen überhaupt ethisch vertretbar?

Bevor wir zu dem Punkt kommen, wie man seinen Partner beeinflussen kann, stellt sich die Frage, ob das überhaupt in Ordnung ist. Vielleicht bist sogar du, der diesen Text gerade ließt der Partner, der „überzeugt“ werden soll. Und vermutlich findest du diese Idee gar nicht lustig? Allein deswegen ist es notwendig zu reflektieren, in wie weit eine Beeinflussung überhaupt ethisch in Ordnung ist.

Um hier nicht schnell in eine ziemliche Grauzone zu geraten, muss man einiges beachten. Zuerst sollte einem klar sein, dass man den Partner nicht zwingen kann. Man kann ihn auch nicht überzeugen. Oder ihn sonst irgendwie austricksen. Alle Tipps die ich hier gebe, zielen darauf ab, dem Partner eine Tür zu öffnen oder einen Weg zu zeigen. Und zwar, damit es ihm leichter fällt diesen in Erwägung zu ziehen. Ob mein Partner diesen Weg dann tatsächlich geht, muss er aber in letzter Konsequenz selbst entscheiden. Ich kann nicht für meinen Partner entscheiden und sämtliche Menschen, die euch etwas anderes sagen, versprechen Dinge, die sie nicht einhalten können.

Das ist auf einer abstrakten Ebene auch nicht mal mehr eine ethische Frage, sondern einfach nicht durchführbar. Ihr könnt euren Partner zu nichts zwingen. Ihr könnt versuchen ein Szenario zu erzeugen, in dem er das Gefühl hat, er hätte keine andere Wahl. Aber letztlich hat er immer die Möglichkeit die Partnerschaft zu beenden, wenn es ihm zu bunt wird.

In manchen Fällen gibt es jedoch tatsächliche Abhängigkeiten. Für diesen Fall will ich nochmal ausdrücklich betonen: Diese Abhängigkeiten benutzen, um euren Willen durch zu setzen ist nicht okay. Und es wird auch überhaupt nichts bringen, weil ihr für eine offene Beziehung in der Regel einen gleichberechtigten und einvernehmlichen Partner wollt.

In diesem Artikel soll es also nicht darum gehen, seinen Partner zu zwingen, sondern darum eine einvernehmliche offene Beziehung zu erschaffen. Genauer gesagt: Den Weg dahin frei zu räumen.

Und das ist wiederum eine Intention, die völlig vertretbar ist. Sie ist mit viel Ängsten, Tabus und moralischen Verurteilungen belegt. Aber das macht sie nicht schlechter als jede andere Intention. Eine Partnerschaft definiert sich oft überhaupt erst darüber, dass man gegenseitig Einfluss aufeinander nimmt. Und dazu gehört auch, neue Impulse in die Partnerschaft mit ein zu bringen und eigene Wünsche zu äußern und dazu einen Konsens zu finden.

In kurz: Es versuchen ist nicht verwerflich. Es erzwingen wollen schon.

Aber kommen wir jetzt zu den eigentlichen Methoden

 

1. Klären, warum ich selbst eine offene Beziehung will

Der erste wichtige Schritt besteht gar nicht darin, irgend etwas mit dem Partner zu tun. Er besteht darin zu erforschen, warum ich überhaupt will, was ich will. Dieser Schritt ist enorm wichtig und sollte mit großer Sorgfalt durchgeführt werden.

Viel zu oft werden offene Beziehungen aus „falschen“ Gründen angefangen. Diese können es reichlich schwierig machen, die Beziehung zu einer schönen und gleichberechtigten gedeihen zu lassen.

Es kann zum Beispiel sein, dass deine Beziehung gerade allgemein etwas kriselt und du denkst, wenn du Ablenkung hast, wird das wieder besser. Oder, dass es dir eigentlich gar nicht um eine generell offene Beziehung geht, sondern vielmehr um einen speziellen Menschen mit dem du gerne Sex oder Liebesgefühle haben möchtest. Oder aber du hast selbst sehr wenig Eifersucht und fest gestellt, dass Monogamie dir persönlich keine Vorteile bringt. Vielleicht hast du auch einfach das Konzept irgendwo entdeckt und bist davon überzeugt. Und natürlich gibt es auch die Möglichkeit, dass du dich aus Liebe erst mal auf Monogamie eingelassen hast und jetzt merkst, dass du doch nicht so leben möchtest.

Egal was es auch ist: Versuche möglichst ehrlich zu dir selbst den Grund zu finden.

Wenn du für dich klarer hast, warum du eigentlich deine Beziehung öffnen möchtest, kannst du diese Wünsche auch besser vertreten. Ansonsten läufst du in Gefahr, dass dein Partner im Gespräch die Gründe statt dir aufdeckt. Und wenn diese Gründe erst mal wenig schmeichelhaft für dich klingen, hast du nur ganz wenig Zeit, dass so zu formulieren, wie du es eigentlich meintest. Oder du fällst in die Falle und streitest die Gründe ab und hast so völlig unbeabsichtigt ein Misstrauen zwischen dir und deinem Partner erzeugt.

 

2. Es ansprechen

Dieser Schritt erscheint zwar simpel, wird aber in der Praxis sehr oft vernachlässigt. Ich habe es schon oft erlebt, dass Menschen ihre Beziehung zwar öffnen wollten, darüber aber mit ihrem Partner noch nie ein Gespräch geführt haben. Sie haben zwar allgemein über offene Beziehungen geredet, aber sie haben sich nie getraut ihre eigenen Wünsche klar zu formulieren. Also: „Ich möchte gerne so und so eine offene Beziehung führen.“

Du kannst dabei natürlich hinzufügen, dass deine Wünsche keineswegs immer erfüllt werden müssen und du gerne einen gemeinsamen Weg finden möchtest. Aber wenn dein Partner gar nicht weiß, was du willst, kann er auch nicht auf dich eingehen. Oft denkt man, dass die vagen Andeutungen, die man gemacht hat ausreichend sind. Das ist nicht der Fall. Wenn du dich an kein Gespräch erinnerst, an dem du deinem Partner klar und vor allem eindeutig kommuniziert hast, dass du eine offene Beziehung willst, hat es im Kopf deines Partners vermutlich auch nicht stattgefunden.

Diese Fehler ist nicht schlimm, er ist menschlich und hat sogar einen Namen: Illusion of transparency.

Wenn du also bisher kein Gespräch dieser Art geführt hast, setzt es auf deine Liste!

Denn manchmal kann es sein, dass dein Partner die Idee eigentlich gar nicht so schlecht findet. Das kann selbst dann sein, wenn er sich vorher überwiegend negativ zu offenen Beziehungen geäußert hat. So lange es einen selbst nicht betrifft, repliziert man oft einfach das, was man zu dem Thema weiß – was in der Regel nicht sehr differenziert ist.

Wenn jedoch ein Geliebter Mensch auf einmal etwas für mich bisher völlig absurdes in Erwägung zieht, schaue ich vielleicht nochmal genauer hin. Und manchmal stelle ich fest, dass ich auf einmal selbst gar nicht mehr verstehe, was ich daran eigentlich vorher so fürchterlich gefunden habe.

 

3. Tabus brechen

Manchmal kann es sein, dass der Partner nur äußerst ungern über dieses Thema reden möchte. Es kann einem so vor kommen, als blocke er alle Versuche in diese Richtung sofort ab. Oder es entstehen immer heftige Streits. All das sind Hinweise darauf, dass der Partner ein Tabu hat. Ein Tabu ist etwas, das weder rational noch bewusst ist. Es setzt ein, bevor der Denkprozess einsetzt und verhindert den Denkprozess an sich.

Das Tabu, was einen für gewöhnlich davon abhält über offene Beziehungen nachzudenken ist: „Monogame Beziehungen sind das einzige funktionierende langfristige Beziehungskonzept.“

Wenn der Partner eine solche Kernüberzeugung beziehungsweise ein solches Tabu hat, ergibt sein Verhalten auf einmal sehr viel Sinn. Denn das bedeutet, sobald man eine offene Beziehung diskutiert, diskutiert man quasi die Trennung. Das diese Verknüpfung falsch ist, kann man nicht einfach normal erklären, weil bereits vorher die Abwehrreaktion greift.

Zum Glück kann man ein Tabu oft auflösen, wenn man die Komponente entfernt, dass man überhaupt nicht darüber nachdenken kann. Denn wenn man darüber nachdenken kann, ist es meist auch kein Tabu mehr.

Dazu reicht es oft, den Hoheitsanspruch der Monogamie als einzig funktionierendes Konzept in Frage zu stellen. Du musst das gar nicht auf deine eigene Beziehung münzen, damit es funktioniert. Es reicht völlig, wenn erst mal langsam durch sickert, dass es überhaupt auch andere Möglichkeiten gibt eine Beziehung zu führen. Und das diese Möglichkeiten ebenfalls funktionieren können. Ich empfehle dir dazu eine Methode, die ich in einem vorherigem Artikel beschrieben habe: Nimm den Widerstand weg. Sage einfach nur, dass es so was gibt und sonst nichts. Zu allem anderem kann man anderer Meinung sein. Es geht nur darum, dass das Tabu gebrochen wird. Für den weiteren Denkprozess musst du meist gar nicht mehr viel tun.

 

4. Vorteile betonen

Ein Partner, der keine offene Beziehung möchte ist oft von Angst geleitet. Er sieht nur die Nachteile und wenig Vorteile in der ganzen Sache. Das liegt daran, weil Nachteile und Bedenken grundsätzlich in unserem Kopf überwiegen, egal bei welchem Thema. Das ist eine sehr sinnvolle Strategie, wenn es um Gefahren geht. Es ist allerdings keine sehr sinnvolle Strategie, wenn es darum geht ein geiles Leben zu führen und viele Erfahrungen zu machen.

Dafür ist es besser die Vorteile von den Dingen, die sich verändern zu erkennen. Die Probleme und Nachteile werden sich auf dem Weg schon irgendwie lösen.

Dieses Mindset ist ein grundsätzliches und nicht unbedingt leicht zu erreichen. Es ist bis zu einem gewissem Grad aber auch erlernbar. Wenn man immer wieder versucht sich seinen Ängsten zu stellen, kann man oft feststellen, dass diese überhaupt nicht so eingetroffen sind wie man dachte. Du kannst dazu versuchen systematisch deine Comfort-zone zu erweitern, indem du dich einfach immer wieder in Situationen begibst, die dir erst mal schwierig erscheinen.

Du brauchst dafür nicht lange nachdenken, es kann so etwas simples sein wie Achterbahnfahren oder einen Vortrag vor ein paar Menschen halten. Der Trick ist immer der gleiche: Kämpfe nicht gegen die Angst, sondern deute sie um. Dein aufgeregt sein ist ein Zeichen dafür, dass du gerade etwas neues und spannendes erlebst.

Für deinen Partner kann es sehr hilfreich sein, wenn du ihm die Vorteile der offenen Beziehung schmackhaft machst. Vielleicht wünscht sich dein Partner schon seit längerem mal einen Dreier? Oder er hätte gerne überhaupt mal Sex mit jemand anderem? Oder würde sich einfach nur gerne mal wieder hemmungslos betrinken, ohne Angst zu haben mit diversen Leuten herumzuknutschen und deswegen Ärger zu bekommen? Versuche heraus zu finden, was dein Partner selbst für Wünsche hat. Und versuche ihm zu erklären, dass eigentlich nur seine eigene Angst zwischen ihm und diesen Wünschen steht.

 

5. Eifersucht als Problem erkennen

Was man oft vergisst, wenn der eigene Partner keine Lust auf eine offene Beziehung hat ist die Frage: Warum hat er eigentlich keine Lust darauf? In einigen Fällen sieht er darin einfach keine Vorteile. Es ist ihm zu anstrengend und dementsprechend nervt es ihn. Viel öfter aber ist eigentlich Angst und Eifersucht das Problem. Man will die „sichere“ monogame Beziehung nicht verändern, weil man Angst davor hat, dass es schief geht und man sich eifersüchtig fühlt.

Wenn du also in Schritt vier herausgefunden hast, dass dein Partner grundsätzlich schon Vorteile in einer offenen Beziehung sehen kann, geht es als nächstes daran, die Nachteile genauer anzuschauen.

Wenn dein Partner weil er eifersüchtig ist keine offene Beziehung will, macht es Sinn sich auf die Hintergründe dieser Eifersucht zu konzentrieren. Das schöne daran ist, das Eifersucht los lassen eine sinnvolle Sache ist, völlig egal ob man jetzt eine offene Beziehung führt oder nicht. Denn auch eine monogame Beziehung lebt sich angenehmer ohne Eifersucht. Du musst also auf dem eigentlich „heißem Thema“ gar nicht weiter herumreiten. Es reicht wenn du mit deinem Partner gemeinsam versuchst seine Eifersucht abzuschwächen und Wege zu finden, wie er dieses Gefühl verändern kann.

Denn ist Eifersucht kein Problem mehr und sieht dein Partner darüber hinaus zumindest kleine Vorteile in einer offenen Beziehung, spricht eigentlich nichts mehr gegen einen Testlauf.

 

6. Gemeinsam eine Testphase ausmachen

Ein weiteres Problem in der Öffnung der eigenen Beziehung ist die mangelnde Flexibilität. Oft denkt man, eine solche Entscheidung wäre eine Einbahnstraße. Aber das ist eigentlich überhaupt nicht der Fall. Genauso wie es Beziehungen gibt, die von monogam zu offen wechseln, gibt es das auch anders herum. Das kann zahlreiche Gründe haben, wichtig ist: Es ermöglicht einem eine Testphase.

Eine solche Testphase kann sehr beruhigend für den Partner sein, weil sie einen experimentellen Charakter hat. Er kann danach sagen was ihn gestört hat oder wo er Vorteile gesehen hat ohne dass er das Gefühl hat jetzt für immer auf etwas fest gelegt worden zu sein.

Wichtig sind dabei drei Dinge.

Erstens, dass man versucht irgendwie auszumachen, dass es sich um einen ehrlichen Test handelt. Also das beide versuchen, sich darauf einzulassen. Dazu gehört, dass sowohl der Partner ehrlich reflektiert, als auch man selbst. Denn schließlich kann es ja auch sein, dass man selber Nachteile entdeckt, die man gar nicht bedacht hatte?

Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass man dann doch keine offene Beziehung will. Aber vielleicht kann man auf einmal den Partner in einigen Ängsten besser nachfühlen als vorher? Andersrum kann es sein, dass der Partner genau darauf hofft und denkt, wenn er das einmal mit macht wird die Sache schon vorbei gehen. Wenn euer Partner also zu erkennen gibt, dass er das ganze eher erträgt als befürwortet, solltet ihr noch mal versuchen den experimentellen Charakter des ganzen zu betonen.

Dazu legt ihr als zweites einen Zeitraum und einen Billanzierungs Termin fest. Ihr sagt bereits vorher wann das ganze beginnt und wann es endet. Und ihr legt fest, wann ihr darüber redet, wie sich das ganze angefühlt hat und was nicht so gut gelaufen ist. Am besten macht ihr gleich mehrere solcher Termine aus, einen am Anfang, einen mitten drin und einem am Ende. So könnt ihr versuchen während des Experiments Anpassungen vorzunehmen und gemeinsam einen Weg zu finden.

Als drittes ist aber wichtig klar zu machen, dass ein Experiment keine einmalige Sache sein muss. Flexibilität bedeutet Flexibilität in beide Richtungen. Das heißt, wenn das erste Experiment beendet ist und man einige Fehler dort entdecken konnte, kann man irgendwann ein zweites starten. Das soll zu keinem Marathon werden, in dem es keine Atempause mehr gibt. Aber es sollte eben auch nicht die Illusion aufkommen, dass die Sache nach einem Versuch getan wäre. Die wenigstens Experimente klappen beim erstem Versuch schon gut. Wichtig ist vor allem, dass man aus den eigenen Fehlern lernt.

Und wenn man etwas gelernt hat, dann kann man es auch für die Zukunft besser machen. Vorausgesetzt man hat die angesprochenen Dinge auch wirklich verändert und in die Beziehung integriert.

Das ist nebenbei natürlich eine ganz hervorragende Methode für gemeinsames Wachstum der Beziehung überhaupt. Versucht ein Gleichgewicht zu schaffen, zwischen neue Dinge lernen und Experimentierfreudigkeit einerseits und Sicherheit und Geborgenheit in der Partnerschaft andererseits.

 

7. Im Sicheren Rahmen Erfahrungen machen

Wenn man eine Testphase ausgemacht hat, ist es natürlich auch sinnvoll in diesen Phasen auch tatsächlich irgend etwas zu testen. Hierfür gibt es viele verschiedene Möglichkeiten.

Eine Idee wäre es, gemeinsam einen Swinger-Club zu besuchen. Man kann aber auch auf andere Arten eine sexuelle Erfahrung mit mehr als einer Person versuchen. Versucht dabei, dass die Vorteile eher für euren Partner gelten, als für euch. Wenn er sich also zum Beispiel schon immer einen Dreier gewünscht hat, wählt die Dritte Person von Charakter und Geschlecht her so aus, dass euer Partner sich mit ihr wohl wohl fühlt.

Wenn man die Möglichkeit dazu hat, kann man auch versuchen zeitgleich Dates stattfinden zu lassen und sich hinterher darüber berichten, wie es jeweils gelaufen ist.

Oder man kann einfach mal zusammen auf Partys versuchen mit jemand anderem zu flirten, oder zu tanzen, während der Partner dabei ist.

Auch gemeinsam einen Porno schauen oder ein Porno-Kino besuchen kann ein erster Schritt sein alte Muster zu brechen.

Tatsächlich können auch Rollenspiele, in denen man vorgibt jemand anders zu sein, oder sich zusätzliche Personen erst mal nur vorstellt schon einen Effekt haben. Werde kreativ! Es gibt kein richtig oder falsch sondern nur geeignet und weniger geeignet.

Wichtig ist dabei, dass ihr sowohl eure eigene Comfort-Zone, als auch die eures Partners erforscht. Wählt etwas, dass zwar herausfordern ist, aber nicht zu weit außerhalb dieser Zone liegt. Schließlich wollt ihr einen Lerneffekt und keine völlige Überforderung erzeugen.

 

Schlusswort

Egal was ich hier schreibe: Deine Beziehung ist eine hoch individuelle Sache. Daher wirst du letzten Endes vermutlich auch sehr individuelle Lösungen brauchen. Sei dir aber trotzdem bewusst, dass du nicht der erste und einzige bist, der dieses Problem jemals hatte und dass sich viele Muster ähneln.

So lange du mit deinem Partner respektvoll und liebevoll umgehst, wirst du vermutlich viele Dinge beeinflussen können, bei denen du vorher keine Hoffnung hattest.

Manchmal kann es aber auch sein, dass dein Partner tatsächlich nicht für offene Beziehungen zu begeistern ist. Musst du dann verzweifeln und dich trennen? Nein nicht unbedingt. Es gibt auch Mono-Poly Beziehungen, in denen nur einer der beiden seine Möglichkeiten, mit mehreren Menschen Sexualität und Liebe zu teilen auch nutzt. Und es gibt auch noch jede Menge anderer möglicher Kompromisse, an die weder du noch ich bisher gedacht haben. Das schöne ist, dadurch dass deine Beziehung etwas individuelles ist, gibt es auch abseits der allgemeinen Ratschläge unendlich viele Möglichkeiten einen gemeinsamen Weg zu finden.

Und selbst wenn ein gemeinsamer Weg wirklich nicht möglich sein sollte: Das kann dir immer passieren. Viel öfter als wegen einer offenen Beziehung trennen sich Partner, wegen anderen Dingen. Zum Beispiel weil einer der beiden betrogen hat. Oder weil man sich nach Jahren zusammen einfach nicht mehr sehen kann. Oder weil man mittlerweile unterschiedliche Lebenskonzepte hat. Manchmal hat man sich auch einfach in eine Richtung entwickelt, die der Partner nicht teilt.

Sei dir bewusst, dass jede Trennung die vielleicht stattfindet für dich auch eine Chance ist zu wachsen. Jeder neue Partner, den du hattest und haben wirst, verändert einen Teil von dir, für den du vorher noch nicht bereit warst.

Was gibt es also schöneres, als ein gemeinsames Wachstum zu erstreben, in dem eine Trennung nur eine von vielen Möglichkeiten ist, zusammen neue Dinge zu erleben.

Ich bin sicher, dass du egal was versuchst deinen Weg finden wirst! Und das dieser Weg dir persönlich gut tun wird. :)

Wenn du Anmerkungen oder eine andere Meinung zu diesem Thema hast, würde ich mich freuen wenn du mir in die Kommentare schreibst, oder einfach eine Email unter leo@offenlieben.de

Falls du das Gefühl hast, du kommst trotz all dieser Tipps einfach nicht weiter, kannst du mich auch gerne bezüglich eines Coachings anschreiben.

Herzliche Grüße,

Leo

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3 Kommentare

  • Antworten
    Frank-Rüdiger Wasserscheidt
    Donnerstag, der 22. September 2016 at 10:59

    Hi Leo,
    ich bin gerade begeistert,
    dein Beitrag ist einmalig:
    offen, mutig, durchdacht, kreativ, hilfreich, einfühlsam, konkret, fundiert …

    Wahnsinn !
    (ach, hätte ich doch deine Seite schon vor Jahren gesehen,
    aber na ja , da hätte ich auf viele wertvolle Schmerzen und Erfahrungen verzichtet (:>)).

    Auf jeden Fall werde ich deine Seite 100% weiter empfehlen,

    Herzliche Grüße ,

    Frank-Rüdiger Wasserscheidt

    • Antworten
      Leo
      Mittwoch, der 28. September 2016 at 14:02

      Hi Frank-Rüdiger!
      Freut mich dass dir meine Seite so gut gefällt. Vielen Dank für das Lob!

      Viele Grüße,
      Leo

  • Antworten
    Anna
    Sonntag, der 20. August 2017 at 09:25

    Lieber Leo, du bist der erste Mensch im Netz, der Worte findet, die es mir erlauben meine Ablehnung gegenüber der emotionalen Öffnung meiner Beziehung (die als Wunsch an mich herangetrahen wird) zumindest ein klein wenig kleiner werden zu lassen.
    Anna

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