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Hilfe meine Partner treffen sich! Wie du die Situation meisterst

Wenn man offene Beziehungen führt und offen ist sich in mehrere Personen zu verlieben kommt es irgendwann: Man hat mehrere Partner. Und diese sollen sich das erste mal treffen. Das erste Metamour-Treffen.

Was war nochmal ein Metamour? Ein Metamour ist der (andere) Partner des Partners. Die Verbindung besteht darin, dass man einen gemeinsamen Partner hat.

Und nun bist du in der Situation, dass du dieser Partner bist. Du hast zwei Partner, liebst beide, willst beide nicht verletzen. Und sie sollen sich das erste mal sehen. In diesem Artikel soll es darum gehen, wie du dieses Treffen gestalten kannst. Ich erkläre dir, wann und warum das überhaupt eine gute Idee ist, was du unbedingt beachten solltest und was du tun kannst, sollte doch etwas schief gehen.

 

Warum sollten sich die beiden überhaupt kennen lernen?

Als aller erstes muss man sich fragen: Warum ist das überhaupt eine gute Idee? Was hat man davon, wenn die beiden Partner sich treffen?

Eine ganze Menge!

Wenn du eine offene Beziehung hast, in der du dich in mehrere Menschen verlieben kannst, bedeutet das in der Praxis fast immer irgendwann ein Zusammenführen deiner Partner. Denn wenn du zwei Menschen oder sogar mehr liebst, spielen diese Menschen eine zentrale Rolle in deinem Leben. Sie beeinflussen deine Entscheidungen, deine Art zu denken und dein Lebensglück. Und anders herum du auch sie. Aber das bedeutet, dass deine beiden Partner auf eine indirekte Art (über dich) sehr unmittelbar miteinander verbunden sind.

Diese beiden Lebensbereiche voneinander getrennt zu halten bringt eine ganze Reihe an Nachteilen mit sich:

  • Es ist ein logistisches Problem. Zwei Menschen die viel Zeit im eigenen Leben einnehmen, umeinander herum organisieren ist anstrengend und ermüdend.
  • Es ist ein emotionales Problem. Du kannst gewisse Momente und Erlebnisse auf einmal nur noch schwer mit deinen jeweiligen Partnern teilen. Jederzeit hängt das Damoklesschwert der Eifersucht über dir. Und das kann sogar eine emotionale Distanz zu beiden Partnern verursachen.
  • Außerdem ist es schlechtes Ressourcenmanagment. Du beraubst dich selbst der Erfahrung der Mitfreude und möglicher Synergieeffekte zwischen deinen beiden Partnern. Das mag dir vielleicht nicht wichtig erscheinen, weil du es vorher noch nie erlebt hast. Aber es ist ziemlich wichtig.
  • Und zuletzt erreichst du damit vielleicht genau das was du vermeiden wolltest. Du wolltest Eifersucht und Auseinandersetzung mit „dem anderem“ für deine Partner vermeiden. Aber das kann auch eine riesige Fläche für Projektionen und Idealisierung des anderen Partners bieten. Ohne diesen mal zu sehen, kann man sich Superman oder Superwoman zusammen dichten, weil es kein Korrektiv gibt und alles nur durch deine eigene rosarote Brille gefiltert wird.

All diese Punkte führen zum gleichen Ergebnis: Dass sich deine Partner kennen lernen und miteinander kooperieren ist grundsätzlich eine gute Idee. Das heißt nicht, dass es keine Ausnahmen oder Sonderfälle gibt. Sondern einfach nur, dass wir uns vermutlich einig sein können, dass dies in der Regel der Optimalfall wäre.

 

Ab wann ist ein Treffen wichtig?

Nun habe ich im vorherigen Absatz bereits einige Annahmen getroffen. Zum Beispiel, dass du bereits in beide Partner verliebt bist und sie für dich wichtige Menschen in deinem Leben geworden sind. Aber eigentlich gibt es viele verschiedene Situationen, in denen so ein Treffen zustande kommen kann.

Es kann sein, dass du einen neuen Partner gerade frisch kennen gelernt hast und gerade erst dabei bist dich zu verlieben. Es kann sein, dass du dich heftig verknallt hast, ohne dir irgendwie Gedanken über langfristige Entwicklungen gemacht zu haben. Eigentlich könnte es sogar sein dass du gleichzeitig zwei neue Partner kennen gelernt hast und mit beiden noch nicht ganz genau weißt, wo hin es geht. In jedem Fall stellt sich die Frage: Wann ist eigentlich ein Treffen wirklich wichtig?

Ich möchte diese Frage mit Erfahrungen aus der Praxis beantworten. Eigentlich ist es ab dem Zeitpunkt, ab dem du denkst langsam sollte mal ein Treffen zu Stande kommen bereits überfällig. Der optimale Zeitpunkt ist meiner Erfahrung nach sobald du das vage Gefühl hast, dass es langsam angebracht wäre. Sobald du die Idee bekommst, dass dieser andere Mensch vielleicht wichtig für dich sein könnte. Und sobald in dir die Vorstellung gereift ist, dass du oder deine Partner von einem solchem Treffen profitieren könnten.

Denn dieser Moment bedeutet: Du hast auf einer unbewussten Ebene wahrgenommen, dass es einen Bedarf gibt. Es ist dabei ziemlich gleichgültig von wem dieser Bedarf ausgeht. Von dir, von einem deiner Partner oder von mehreren deiner Partner. Sobald man anfängt dieses Treffen auf die lange Bank zu schieben, wird es erfahrungsgemäß immer aufgeladener mit Emotionen, Erwartungen und Ideen wie das Ganze laufen soll.

Und genau das solltest du eigentlich vermeiden.

 

Was ist der richtige Rahmen für ein Treffen meiner Partner?

Einer der wichtigen Dinge für ein Treffen ist der Rahmen. Die Umgebung und die Stimmung in der ein solches Treffen stattfindet. Meine Erfahrung ist: Je weniger aufgeladen die Situation ist, desto besser. Ein erstes Treffen sollte ausschließlich dem gegenseitigen Kennenlernen dienen. Wenn ihr bereits an dem Punkt seid, an dem ihr im ersten Treffen wichtige organisatorische oder emotionale Dinge klären müsst, ist dieses Treffen eigentlich schon längst überfällig gewesen. Auch Erwartungen, dass sich die beiden mögen oder sich gar irgendwie eine sexuelle Spannung entwickelt, solltest du erst mal beiseite schieben.

Nicht immer lässt sich das allerdings vermeiden. Meistens ist ein solches Treffen auch tatsächlich in irgendeiner Form geplant, das heißt also ein Rest an Nervosität und damit auch Ängsten und Erwartungen wird auf jeden Fall bestehen.

Aber mehr als dieses Minimum solltest du vermeiden. Überlege dir einen Rahmen in dem sich optimalerweise beide deiner Partner entspannen können. Vielleicht ist das eine sportliche Aktivität, oder gemeinsames Brettspielen. Oder aber ein Abendessen irgendwo, oder sogar ein Konzert oder Clubbesuch. Nimm so viel wie möglich Druck aus der Situation. Es ist dabei vor allem wichtig, dass sich deine beiden Partner wohl fühlen. Erst an zweiter Stelle kommt dein eigenes Wohlbefinden. Damit meine ich nicht, dass du über dein Bedürfnisse hinweg gehen solltest. Ich meine damit: Wenn deine beiden Partner beide leidenschaftliche Clubgänger sind und du Clubs nicht viel abgewinnen kannst, dann investiere diesen Abend trotzdem. Wenn aber nur du und einer deiner Partner zum Beispiel klettern gehen klasse finden, aber dein anderer Partner damit kaum etwas anfangen kann, wähle eine andere Aktivität. Deine Partner haben dieser besonderen Situation quasi die Entscheidungsbefugnis und du passt dich an diese an.

Meistens ist das gar kein großes Problem, denn irgendwie wird man schon etwas finden, bei dem alle Spaß haben können und wenn es nur einen Film schauen ist. Ich sage es dir einfach, damit du kurz darüber nachdenkst, bevor du einen unpassenden Rahmen wählst, den einer deiner Partner als unangenehm empfindet. Wenn einer deiner Partner euer Treffen als „Heimspiel“ empfindet und dein anderer Partner nicht, entsteht von selbst ein Rahmen, der nicht konstruktiv ist.

 

Wie frage ich meine Partner?

Was tust du, damit dieses Treffen überhaupt stattfindet, falls deine Partner nicht von alleine darauf kommen?

In erster Linie erfragst du erst mal Bedürfnisse und kommunizierst, dass es für dich wichtig wäre. Denn genau das ist ja auch erst mal der Stand. Es ist dabei unwichtig, dass stark anzunehmen ist, dass dieser Schritt langfristig vermutlich für alle Beteiligten gut ist. Im Augenblick ist es ein Wunsch von dir. Und genau so solltest du das Ganze auch kommunizieren.

Dass du dabei vorher die Bedürfnisse erfragst ist wichtig, um in kein Fettnäpfchen zu treten. Vielleicht hat einer deiner Partner schon länger darüber nachgedacht und freut sich, dass du es ansprichst. Vielleicht hat er aber auch eine Heidenangst davor oder ganz ausgereifte Vermeidungsstrategien. All diese Dinge nimmst du vorweg und entschärfst sie ein wenig, wenn du das ganze einfach als Wunsch von dir präsentierst. Vielleicht stimmt dein Partner nicht sofort zu. Das muss  er aber auch gar nicht. Lass der Idee Zeit um zu reifen.

Wenn ein wenig Zeit vergangen ist, kannst du die Idee erneut ansprechen. Vielleicht diesmal mit einem Vorschlag, was man machen könnte. Werde schnell konkret und versuche ein Datum zu finden, welches in nicht allzu ferner Zukunft liegt. Versuche gleichzeitig aber nicht den Punkt, ab dem du dieses Datum festlegst, durch Druck zu erzeugen.

Also: Drängel nicht in der Bereitschaft zu einem Treffen. Aber sobald sie da oder zumindest ungefähr da ist, nimm die Sache schnell in die Hand und organisiere ein Treffen. Falls nötig entschuldige dich hinterher für deine Schnelligkeit. Die Gefahr, dass du in der Rücksichtnahme in eine Angst-Warteschleife gelangst ist allerdings größer, als die Gefahr dass du deinen Partner mit einer schnellen Aktion sobald er sein grundlegendes Einverständnis gegeben hast verletzt.

Wenn du das Gefühl hast es hat bisher eher an der Idee als an der Motivation gefehlt, kannst du den beiden auch vorschlagen dass sie sich einfach ohne dich mal treffen. Dazu erzähle ich aber später noch mehr.

 

Was mache ich in der Situation?

Nun wirst du dich vielleicht fragen: Gut, ich setzte die Rahmenbedingungen so, dass alles gut laufen kann. Aber was mache ICH denn, damit es dann auch tatsächlich gut läuft. Das ist in drei Worten erklärt:

  • Vorstellen
  • Abwarten
  • Entspannen

Deine Aufgabe ist es die Stimmung allgemein positiv zu halten. Mache Tee für alle Beteiligten, oder Kaffee. Frage jeden was er braucht und achte auf Warnzeichen, wenn sich jemand unwohl fühlt. Aber registriere diese erst mal nur, handle nicht sofort danach. Denn allem anderem voran: Tue extrem wenig bis nichts. Greife nicht in das Gespräch ein. Gib keine Themen vor. Versuche nicht das Gespräch in eine bestimmte Richtung zu lenken. Und versuche vor allem nicht einen deiner Partner in Schutz zu nehmen. Mit übervorsichtigem Verhalten stoppst du eher den Gesprächsfluss und schaffst Probleme, wo überhaupt keine sind. Du kannst dich hinterher mit beiden Partnern ausführlichst über deine Eindrücke und Ängste unterhalten. Aber in diesem konkretem Moment muss ich dir leider etwas sagen: Du bist nicht zurechnungsfähig.

Völlig unabhängig davon wie gut der Rahmen für deine Partner ist und wie unkompliziert das ganze läuft, dein Kopf wird mit anderen Dingen beschäftigt sein. Du wirst angespannt bis sehr aufgeregt sein und gleichzeitig mit einem hohem Angstlevel als auch mit einem ziemlich schwer zu beschreibendem heftigem Glücksgefühl aufgeladen sein. In dieser Situation sind deine normalen Wahrnehmungen und Antennen so hochgeschraubt, dass du einfach nicht in deinem Normalzustand bist.

Wenn es sehr gut läuft, könnte es sogar sein, dass sich deine Partner zusammen darüber lustig machen wie kopflos du gerade wirkst. Versuche hier gar nicht irgendwas zu argumentieren, nimm es einfach an. Sehr wahrscheinlich werden sie Recht haben.

Das ist einfach eine Situation, in der du kaum Kontrolle hast und das liegt auch daran, dass dein Hirn völlig verrückt spielt. Und daher solltest du darauf verzichten irgendwelche schlauen Aktionen zu starten. Sieh deine Aufgabe einfach darin dich zu entspannen und zu versuchen die allgemeine Stimmung gut zu halten. Konzentriere dich nicht auf das was gesagt wird, sondern auf die Umgebung. Du wirst merken, dass dies vermutlich ohnehin das einzige ist wozu du wirklich gut in der Lage bist.

Also genieße es einfach. ;) Alle Beteiligten haben so am meisten Spaß an der Sache.

 

Was passiert wenn es völlig eskaliert?

Nun was sollte aber sein, wenn es doch zu einer eher albtraumartigen Situation kommt. Deine Partner können kaum etwas miteinander anfangen, die Stimmung ist seltsam, vielleicht entsteht sogar ein Streit. Erst mal möchte ich dich beruhigen: Die Wahrscheinlichkeit, dass es dazu kommt ist ziemlich gering. Schließlich haben beide einem Treffen zu gestimmt und beide wissen, dass es dir wichtig ist. In einer solchen Situation wird man kaum versuchen sich daneben zu benehmen oder irgendwie Streit zu provozieren.

Sollte es aber doch mal zu einer Eskalation kommen zählen zwei Dinge:

  1. Bleib ruhig.
  2. Ergreife keine Partei.

Selbst heftige Streits können schnell wieder deeskalieren. Oft geht es nur um eine Machtfrage oder sogar ein Missverständnis. Daher ist es wichtig, dass du ganz ruhig bleibst und nicht in Panik ausbrichst. Versuche zu verstehen was gerade passiert ist. Strahle Ruhe aus und versuche diese auf deine Partner zu übertragen.

Wenn einer deiner Partner versucht dich in den Konflikt einzubeziehen und auf seine Seite zu ziehen, verweigere dies. Sage du wirst heute hier in diesem Raum für niemanden Partei ergreifen, ganz egal was passiert. Bleibe bei dieser Haltung, selbst wenn du komplett einverstanden bist mit dem was einer der beiden sagt.

Hinterher kann man alles klären, selbst wenn es in diesem Moment als Vertrauensbruch gewertet werden sollte. Deine Partner werden verstehen warum du diese Position eingenommen hast und dass sie dazu da war den Konflikt zu lösen, nicht um ihnen eins auszuwischen. Wenn du Partei ergreifst kannst du theoretisch Recht haben in der Sache an sich. Aber du löst in der emotionalen Ebene eine ganze Reihe an unangenehmen Nebeneffekten aus. Und diese willst du vermeiden, denn im Gegensatz zu der kurzfristig unangenehmen Situation, haben diese einen langfristigen Effekt, der sich manchmal nur schwer heilen lässt. Rationale Gedankengänge spielen hier nur eine sehr geringe Rolle.

Oft wird sich allein durch diese beiden Maßnahmen eine Möglichkeit ergeben den Konflikt zu lösen.

Vertraue einfach darauf, dass du dir zwei wunderbare intelligente Menschen ausgesucht hast. Und vielleicht haben sie sich einfach auf dem falschen Fuß erwischt und brauchen einen kurzen Ruhepol, um wieder zu sich zu finden.

 

Und was passiert wahrscheinlich?

Nun haben wir bereits das schlimmstmögliche Szenario besprochen. Dieses ist aber, wie gesagt, insgesamt ziemlich unwahrscheinlich. Viel wahrscheinlicher ist es, das kaum etwas passiert. Es kann sogar sein, dass so wenig passiert dass du hinterher selbst ein bisschen enttäuscht bist weil du irgendwie… IRGENDWAS erwartet hattest.

Aber wenn eigentlich kaum etwas passiert ist und deiner Wahrnehmung nach nur ein völlig langweiliges Gespräch stattgefunden hat, ist alles in Ordnung. Denn im erstem Treffen ging es nicht um irgendwelche Durchbrüche. Es ging erst mal nur darum einen ersten Eindruck zu kriegen. Darum sich damit auseinander zu setzen, dass der andere existiert. Und viel mehr muss im ersten Treffen auch nicht passieren.

Ich will dich nicht anlügen. Es kam vor, dass erste Treffen meine Erwartungen völlig übertroffen haben. Es kam vor, dass sofort eine Verbindung da war, oder sogar ein sexuelles Knistern. Aber meistens dann, wenn ich genau das eben nicht erwartet und vor allem nicht vorausgesetzt hatte. Und die Treffen, bei denen ich selbst hinterher dachte: „Eigentlich ist gar nichts passiert.“ ist oft eine ganze Menge passiert. Das kommt aber erst in Gesprächen hinterher raus, wenn man alles nochmal gemeinsam durch geht. Viel Wahrnehmung findet hier statt und man wird sich auch noch lange an das erste Treffen erinnern. Auch wenn es ganz unspektakulär war.

Also rechne damit, dass du überrascht bist wie wenig passiert. Und rechne damit, dass du überrascht bist wie viel dieses wenige im Nachhinein doch war.

 

Wer schläft danach mit wem?

Eine weitere wichtige Frage ist: Wer schläft denn danach mit wem, oder wer geht wieder nach Hause?

Du kannst diese Frage entweder lösen in dem du noch mutiger bist: Lass sich die beiden einfach komplett ohne dich treffen. In diesem Fall stellt sich diese Frage gar nicht. Natürlich musst du dafür selbst mutig genug sein die Kontrolle so weit abzugeben.

Die andere Möglichkeit ist, nach den Bedürfnissen und den Sicherheiten zu schauen. Grundsätzlich gilt: Du solltest danach am ehesten den Partner begleiten, der sich unsicherer fühlt und in einer schwächeren Position ist. Also meistens der „jüngere“ Partner, also der, den du neu dazu gewonnen hast. Manchmal kann es aber auch sein, dass dein neuster Partner ein relativ hohes Selbstbewusstsein hat und auch noch nicht so eng emotional mit dir involviert ist, während dein älterer Partner sehr unsicher ist und viel Aufmerksamkeit braucht. In so einem Fall kann es sinnvoll sein mit deinem „älteren“ Partner nach Hause zu gehen.

Eine weitere Möglichkeit ist, dass ihr danach einfach alle getrennte Wege geht. Damit nimmt man ebenfalls den Druck aus der Situation.

Alles in allem ist diese Frage eine, die sich auch im Verlauf des Treffens manchmal heraus kristallisieren kann. Höre hier auf deinen Instinkt und dein Gefühl. Versuche am besten eine Situation zu schaffen, in der es keine „harte Trennung“ gibt, also in der einer der beiden dann von einer gemeinsamen Wohnung der anderen beiden gehen muss, sondern eher dass man gemeinsam ein Café verlässt oder einer der beiden danach einen Termin oder sogar selbst noch ein Date hat.

Denk immer dran: Mit je weniger Druck und Erwartungen die Situation aufgeladen ist, desto besser wird es vermutlich laufen.

 

Wie geht es weiter?

Was passiert dann als nächstes? Als nächstes erfolgen weitere Treffen klar. Gib der Sache Zeit zu wachsen. Eine Freundschaft zwischen Metamours entwickelt sich nicht von heute auf morgen. Auch wenn du das Gefühl hast es geht alles viel zu langsam, kann genau diese Ruhe sogar dazu führen, dass es insgesamt schneller geht. Ich habe schon öfter die Erfahrung gemacht, dass ich zu viel auf einmal wollte. Dass ich versucht habe eine Freundschaft und Bindung zwischen zwei Menschen zu forcieren. Oder mich selbst dazu zu bringen jemanden zu mögen, den ich kaum kannte. Und das funktioniert einfach nicht.

Und selbst wenn sie nicht beste Freunde werden sollten, brauchst du dir deswegen keine Sorgen machen. Es gibt ziemlich viele Möglichkeiten wie eine solche Konstellationen funktionieren kann. Und es ist durchaus möglich für jemanden Fürsorge und Respekt zu empfinden, mit dem man persönlich nicht viel anfangen kann.

 

Schlusswort

Zum Ende möchte ich noch mal betonen: Ruhig bleiben. Es ist wirklich eine sehr neue und aufregende Situation die man da hat. Aber es hilft niemanden, wenn man diese Situation zusätzlich mit Erwartungen auflädt oder sich die schlimmsten Horrorszenarien ausmalt.

Vertraue einfach darauf, dass die Menschen die dich lieben sich gegenseitig schon nicht komplett unsympathisch finden werden. Schließlich haben sie eine große Gemeinsamkeit: Dich.

Falls du zu diesem Artikel eigene Erfahrungen, Ideen oder Bemerkungen hast, würde ich mich freuen, wenn du es mir in die Kommentare schreibst.

Viele Grüße,

Leo

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4 Kommentare

  • Antworten
    Julika
    Mittwoch, der 30. November 2016 at 22:18

    Erfrischend geschrieben und vor allem lockernd. Danke für diesen Text. Er wurde mit über fb gelinkt. (Nur ein Schreibfehler im Blog: „Könnte dir auch befallen“ ^^)

  • Antworten
    Chantilly
    Donnerstag, der 1. Dezember 2016 at 10:33

    Wow! Der Absatz „Und was mache ich in der Situation“ hat mir die Augen geöffnet. Den richtigen Rahmen wählen, wann ein Treffen organisieren und so weiter, das war mir alles klar und hatte ich auch schon in der Praxis. Was du in dem Absatz beschreibst, nämlich dass man bei einem ersten Treffen zu Dritt nicht zurechnungsfähig ist weil man zwischen Euphorie und Angst schwebt, kann ich voll unterschreiben. Habe ich auch schon so erlebt, nur war es mir nicht so klar. Und ja, das beste ist wohl, dezent im Hintergrund zu bleiben und den beiden anderen den Raum geben, sich zu beschnuppern oder kennen zu lernen.

  • Antworten
    Otto
    Donnerstag, der 2. August 2018 at 13:33

    Das Foto – sieht aus wie im Luisenpark ;)

  • Antworten
    Nicole
    Freitag, der 13. September 2019 at 08:24

    Ein wunderbarer Leitfaden für diese Situation, mit viel Gefühl für alle Beteiligten! Danke dafür! Natürlich ist jede Situation dann doch wieder ganz anders, aber es hilft, gelassen zu bleiben…nach meinem damals ersten Treffen beider Metamouren in einem Cafe bin ich anschließend wie schwebend an der Hand beider durch die Straßen gegangen: ein unbeschreibliches Glücksgefühl! Meine Empfehlung: Trefft euch! Je eher, je besser…

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